Der Delegierte der Volksrepublik Tchino erhebt sich mit ruhigem Ernst, um sowohl auf die leidenschaftliche Stellungnahme Gran Novaras als auch auf die Ausführungen des Gesandten Ladiniens einzugehen. Seine Worte sind bedacht, mit dem Ziel, die Debatte auf ihre zentralen Werte zurückzuführen:
Werte Delegierte, verehrte Gäste,
die Volksrepublik Tchino dankt der Delegierten Gran Novaras für ihre engagierte Stellungnahme. Wir erkennen an, dass die Konferenz der Nationen ein Ort sein soll, an dem unterschiedliche politische Systeme und Weltanschauungen zusammenkommen. Dennoch möchten wir betonen, dass Kritik an politischen Strukturen nicht als Angriff auf eine spezifische Regierungsform verstanden werden sollte, sondern als Hinterfragen ihrer Vereinbarkeit mit den in der Charta der Konferenz verankerten Prinzipien. Diese Werte – Frieden, Recht und die Wahrung der Verantwortung gegenüber der Menschheit – sind unsere gemeinsame Grundlage.
Die Delegierte Gran Novaras bezeichnet das Ladinische Imperium als ein „vielschichtiges sozioökonomisches Phänomen“ und fordert, nicht vorschnell zu urteilen. Doch unsere Sorge richtet sich nicht gegen kulturelle oder wirtschaftliche Eigenheiten, sondern gegen die Frage, wie die Rechte und Interessen des Volkes innerhalb einer politischen Struktur, die auf absoluter Herrschaft basiert, geschützt werden. Die Charta fordert die Wahrung von Gerechtigkeit und Verantwortung; es ist daher legitim, die Transparenz und Rechenschaftspflicht solcher Systeme kritisch zu betrachten.
Zum Gesandten Ladiniens: Wir haben mit Interesse die Ausführungen zu Territorialfragen vernommen, möchten jedoch betonen, dass diese nicht den Kern unserer Kritik betreffen. Die Volksrepublik Tchino hat keine Vorwürfe gegen ladinische Forschungsstationen erhoben; diese Anliegen wurden von der Futunischen Delegation vorgebracht. Was wir hingegen bemängeln, ist das völlige Ignorieren unserer vorgebrachten Bedenken hinsichtlich der politischen und sozialen Verfasstheit Ladiniens. Konflikte können nur gelöst werden, wenn alle relevanten Perspektiven gehört und ernsthaft diskutiert werden.
Die Charta der Konferenz der Nationen verlangt von allen Mitgliedern ein angemessenes Verhalten sowie die Verpflichtung zu den gemeinsamen Werten. Die Drohung, sich Diskussionen zu entziehen, wenn der Beitrittsantrag nicht angenommen wird, widerspricht diesem Geist der Zusammenarbeit. Eine solche Haltung erschwert die notwendige Reflexion darüber, ob ein Beitritt Ladiniens wirklich im Einklang mit den Prinzipien dieser Versammlung steht.
Die Volksrepublik Tchino bleibt offen für Dialog und Zusammenarbeit. Doch wir erwarten, dass alle Beteiligten die in der Charta verankerten Werte respektieren und diese Debatte mit derselben Offenheit und Ernsthaftigkeit führen, die von allen Mitgliedstaaten gefordert wird. Die Integrität der Konferenz steht hierbei auf dem Spiel, und es liegt in unserer Verantwortung, sie zu bewahren.
Vielen Dank.